Übersehene Spezialprogramme: So holen Sie mehr aus Ihren Haushaltsgeräten heraus

Übersehene Spezialprogramme: So holen Sie mehr aus Ihren Haushaltsgeräten heraus

Viele von uns nutzen bei Waschmaschine, Geschirrspüler oder Backofen nur ein paar Standardprogramme – meist die schnellen oder die, die wir am besten kennen. Doch moderne Haushaltsgeräte bieten weit mehr Möglichkeiten, als man auf den ersten Blick vermutet. Hinter den Menüs und Tasten verbergen sich Spezialprogramme, die Zeit, Energie und Material schonen können. Hier erfahren Sie, welche Funktionen oft übersehen werden – und wie Sie im Alltag mehr aus Ihren Geräten herausholen.
Waschmaschine: Sanfte Pflege und clevere Optionen
Die Waschmaschine ist wohl das Gerät, bei dem die meisten Spezialprogramme ungenutzt bleiben. Viele wählen einfach „Baumwolle“ oder „Pflegeleicht“, dabei gibt es Programme, die auf spezielle Bedürfnisse zugeschnitten sind.
- Wolle und Handwäsche – Diese Programme waschen bei niedriger Temperatur und mit besonders sanfter Trommelbewegung. Ideal für empfindliche Textilien, die sonst von Hand gewaschen würden.
- Outdoor oder Sportbekleidung – Schont die Imprägnierung und erhält die Atmungsaktivität von Funktionskleidung. Verwenden Sie dazu ein spezielles Waschmittel.
- Allergie- oder Hygieneprogramm – Wäscht bei höherer Temperatur und mit zusätzlichem Spülgang, um Waschmittelreste und Allergene zu entfernen.
- Dampfprogramm – Frischt Kleidung auf, reduziert Gerüche und Falten – perfekt für Hemden oder leicht getragene Kleidung.
- Schnellwäsche – Für leicht verschmutzte Wäsche, wenn es einmal eilig ist. Spart Wasser und Energie, sollte aber nicht die Hauptwäsche ersetzen.
Mit dem richtigen Programm verlängern Sie die Lebensdauer Ihrer Kleidung und senken gleichzeitig den Energieverbrauch. Achten Sie auch auf die Schleuderdrehzahl – weniger Umdrehungen schonen die Fasern.
Geschirrspüler: Mehr als nur „Eco“ und „Intensiv“
Auch beim Geschirrspüler gibt es viele unterschätzte Programme, die den Alltag erleichtern können.
- Glasprogramm – Spült bei niedriger Temperatur und mit sanftem Wasserdruck, damit empfindliche Gläser keinen Schaden nehmen.
- Automatikprogramm – Sensoren messen den Verschmutzungsgrad des Wassers und passen Temperatur und Laufzeit automatisch an. Das spart Wasser und Strom.
- Kurzprogramm – Ideal, wenn Sie nach einem Abendessen schnell wieder sauberes Geschirr brauchen.
- Halbe Beladung – Reduziert Wasser- und Energieverbrauch, wenn die Maschine nicht ganz voll ist.
- Extra-Trocknen – Sorgt für bessere Trocknung, besonders bei Kunststoffgeschirr, benötigt aber etwas mehr Energie.
Ein Tipp: Nutzen Sie das „Eco“-Programm, wenn Sie Zeit haben – es dauert länger, verbraucht aber deutlich weniger Energie. Für spontane Situationen ist das Kurzprogramm eine gute Alternative.
Backofen: Präzision und Energieeffizienz
Viele nutzen beim Backofen nur Umluft oder Ober-/Unterhitze. Doch moderne Geräte bieten Spezialprogramme, die bessere Ergebnisse liefern und Energie sparen.
- Pizza- oder Brotprogramm – Kombiniert hohe Hitze und Unterhitze für knusprige Böden und luftige Krume.
- Auftauen – Lässt gefrorene Lebensmittel gleichmäßig auftauen, ohne sie anzukochen.
- Dampfunterstützung – Hält Speisen saftig und bewahrt Vitamine und Farbe, besonders bei Fleisch und Gemüse.
- Niedertemperaturgaren – Perfekt für Braten, die zart und gleichmäßig gegart werden sollen.
- Pyrolyse-Selbstreinigung – Verbrennt Rückstände bei hoher Temperatur, sodass Sie nur noch die Asche auswischen müssen.
Mit den passenden Programmen erzielen Sie nicht nur bessere Kochergebnisse, sondern vermeiden auch unnötigen Energieverbrauch. Viele Schweizer Haushalte setzen zudem auf Kombi-Dampfbacköfen – hier lohnt sich ein Blick in die Anleitung, um die Funktionen optimal zu nutzen.
Tumbler: Schonendes Trocknen und weniger Falten
Tumbler (Wäschetrockner) gehören zu den energieintensiveren Geräten, doch moderne Modelle bieten Programme, die Textilien schützen und Strom sparen.
- Schonprogramm – Niedrigere Temperatur und sanftere Trommelbewegung für empfindliche Stoffe.
- Bügelleicht – Lässt die Wäsche leicht feucht, damit sie sich einfacher bügeln lässt.
- Wolle oder Seide – In Kombination mit einem Wäschesack bleibt die Form erhalten.
- Auffrischen – Entfernt Gerüche aus Kleidung, die nicht gewaschen werden muss.
- Sensorgesteuertes Trocknen – Stoppt automatisch, sobald die Wäsche trocken ist – das spart Energie und schont die Fasern.
Reinigen Sie regelmäßig das Flusensieb und leeren Sie den Kondenswasserbehälter – das verbessert die Effizienz und verlängert die Lebensdauer des Geräts.
So lernen Sie Ihre Geräte besser kennen
Viele überblättern die Bedienungsanleitung, dabei steckt sie voller nützlicher Informationen. Dort erfahren Sie, welche Programme am besten zu Ihren Bedürfnissen passen und wie Sie sie optimal kombinieren. Ein weiterer Tipp: Prüfen Sie die App oder Website des Herstellers – viele neuere Geräte lassen sich per Smartphone steuern und bieten zusätzliche Funktionen oder Energieberichte. In der Schweiz sind zudem Smart-Home-Lösungen weit verbreitet, die den Energieverbrauch automatisch optimieren.
Kleine Änderungen, grosse Wirkung
Spezialprogramme zu nutzen bedeutet nicht, den Alltag zu verkomplizieren – im Gegenteil: Sie helfen, Energie, Wasser und Zeit zu sparen und gleichzeitig bessere Ergebnisse zu erzielen. Probieren Sie beim nächsten Wasch- oder Spülgang ein neues Programm aus. Vielleicht entdecken Sie, dass Ihre Haushaltsgeräte mehr können, als Sie dachten.









