Vermeiden Sie, unerwünschte Arten von Haustieren in die Natur zu verbreiten

Vermeiden Sie, unerwünschte Arten von Haustieren in die Natur zu verbreiten

Viele Menschen in der Schweiz halten Haustiere, die ursprünglich aus anderen Teilen der Welt stammen – Fische, Schildkröten, Vögel, Pflanzen oder kleine Reptilien. Sie bereichern unseren Alltag, können aber zur Gefahr werden, wenn sie in die freie Natur gelangen. Fremde Arten können einheimische Tiere und Pflanzen verdrängen, Krankheiten übertragen und ganze Ökosysteme verändern. Deshalb ist es wichtig, als Tierhalterin oder Tierhalter Verantwortung zu übernehmen und zu verhindern, dass eigene Tiere oder Pflanzen in die Natur entweichen.
Warum ist das ein Problem?
Wenn eine Art, die nicht in der Schweiz heimisch ist, in die Natur gelangt, kann sie sich unter Umständen stark vermehren und das ökologische Gleichgewicht stören. Manche Arten haben hier keine natürlichen Feinde und breiten sich unkontrolliert aus. Ein bekanntes Beispiel ist die Rotwangen-Schmuckschildkröte, die früher häufig als Haustier verkauft wurde. Viele Halter setzten sie aus, wenn sie zu gross wurde – heute findet man sie in verschiedenen Schweizer Gewässern, wo sie einheimische Amphibien und Vögel bedroht.
Auch Aquarienpflanzen und Zierfische können Probleme verursachen. Einige Arten überleben erstaunlich gut in Schweizer Seen und Bächen, wo sie sich ausbreiten und das Wasserökosystem verändern. Selbst kleine Schnecken oder Pflanzenreste aus einem Aquarium können eine ungewollte Ausbreitung starten.
Was sagt das Gesetz?
In der Schweiz ist es verboten, Tiere oder Pflanzen in die Natur auszusetzen, wenn sie dort nicht heimisch sind. Diese Regel gilt für alle Haustiere, Aquarienfische, Terrarientiere und Pflanzen. Verstösse können mit Bussen geahndet werden – vor allem aber schaden sie der Natur langfristig.
Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) führt Listen über invasive gebietsfremde Arten. Dort ist ersichtlich, welche Tiere und Pflanzen nicht eingeführt, gehalten oder freigesetzt werden dürfen. Wer unsicher ist, sollte sich dort oder bei den kantonalen Umweltbehörden informieren.
Was tun, wenn Sie Ihr Haustier nicht behalten können?
Es kann vorkommen, dass man ein Tier nicht mehr halten kann – etwa weil es zu gross wird, zu viel Pflege braucht oder sich die Lebensumstände ändern. Doch es in die Natur zu entlassen, ist keine Lösung.
Bessere Alternativen sind:
- Kontaktieren Sie ein Tierheim oder eine Tierschutzorganisation, die bei der Vermittlung helfen kann.
- Fragen Sie im Zoofachgeschäft nach, ob das Tier zurückgenommen oder weitervermittelt werden kann.
- Suchen Sie online nach verantwortungsvollen Tierhalterinnen und -haltern, die Erfahrung mit der betreffenden Art haben.
- Wenn das Tier krank ist oder nicht vermittelt werden kann, lassen Sie sich von einer Tierärztin oder einem Tierarzt beraten.
Das Wichtigste ist, dass das Tier nicht in der Natur landet, wo es leiden oder Schaden anrichten könnte.
Vorsicht mit Aquarienwasser und Pflanzenresten
Auch kleine Mengen Aquarienwasser können Schnecken, Eier oder Pflanzenteile enthalten, die draussen überleben. Beim Wasserwechsel sollten Sie das Wasser daher in den Ausguss schütten – nicht in den Garten, in einen Bach oder in die Kanalisation. Pflanzenreste und Bodengrund gehören in den Hauskehricht, nicht in den Kompost, wo sie weiterwachsen könnten.
Vorbeugen von Anfang an
Wer ein Haustier anschafft, sollte langfristig denken: Wie gross wird das Tier? Wie alt kann es werden? Kann ich ihm dauerhaft die richtigen Bedingungen bieten? Viele Probleme entstehen, weil Halterinnen und Halter den Aufwand unterschätzen.
- Informieren Sie sich gründlich über die Bedürfnisse der Art, bevor Sie sie kaufen.
- Kaufen Sie nur bei seriösen, gesetzeskonformen Anbietern.
- Vermeiden Sie Arten, die auf Listen invasiver oder potenziell problematischer Tiere stehen.
Mit einer überlegten Wahl schützen Sie sowohl Ihr Haustier als auch die Natur.
Gemeinsame Verantwortung für die Natur
Haustierhaltung bedeutet nicht nur Fürsorge für das eigene Tier, sondern auch Respekt gegenüber der Umwelt, die uns alle trägt. Jedes Mal, wenn wir verhindern, dass eine fremde Art in die Natur gelangt, schützen wir die Schweizer Ökosysteme und die Arten, die hier heimisch sind. Ein wenig Achtsamkeit genügt – und sie macht einen grossen Unterschied.









